29.01.2026
Freibad Erbendorf - Sanierung und Badesaison

Stellungnahme der Freien Wähler Fraktion Erbendorf zur Sanierung des Freibades

Die Freien Wähler Erbendorf bekennen sich klar zum Erhalt des Erbendorfer Freibades. Das Bad ist eine wichtige Einrichtung für Familien, Kinder, Vereine und den gesamten Freizeitwert unserer Stadt. Gerade deshalb muss mit diesem Thema verantwortungsvoll, realistisch und auf Basis belastbarer Zahlen umgegangen werden.

Fakt ist jedoch auch: Der Betrieb eines Freibades ist eine freiwillige Leistung der Kommune und verursacht seit Jahren ein hohes Defizit, das vollständig von der Stadt getragen werden muss. In der aktuell angespannten Haushaltslage und während einer laufenden Haushaltskonsolidierung, die noch nicht am Ende ist, sondern sich mitten im Prozess befindet, sind Investitionsentscheidungen besonders sorgfältig abzuwägen.

Bereits seit 2021 liegt ein Förderbescheid zur Sanierung im Rathaus vor. Dennoch ist es dem Bürgermeister über Jahre hinweg nicht gelungen, die interne Planung entscheidend voranzubringen. Erst gegen Ende des Jahres 2025 wurde ein Architekt eingebunden. Dessen fachliche Einschätzung fiel eindeutig aus: Die ursprünglich angedachte Sanierung würde technisch lediglich ein Provisorium darstellen und keine nachhaltige Lösung für die kommenden Jahre bieten. Aus fachlicher Sicht wurde daher sogar empfohlen, die bestehende Förderung in dieser Form zurückzuweisen.

Als alternative Lösung schlug der Architekt eine umfangreichere Sanierung der Beckenköpfe sowie eine Folierung der Becken vor. Diese Variante würde die Substanz der Becken voraussichtlich für etwa 10 bis 15 Jahre sichern und stellt damit eine deutlich dauerhaftere Lösung dar als die zunächst geplanten Maßnahmen. Allerdings ist diese Ausführung mit höheren Gesamtkosten verbunden. Trotz einer Förderung von rund einer halben Million Euro müsste die Stadt mindestens 360.000 Euro Eigenanteil zusätzlich aufbringen. Damit steigt der finanzielle Kraftakt für die Kommune erheblich.

Angesichts der Haushaltslage ist auch diese fachlich sinnvollere Variante kein Selbstläufer. Die Stadt befindet sich mitten in der Haushaltskonsolidierung. Zusätzliche Belastungen müssen daher besonders kritisch geprüft werden.

Gleichzeitig darf nicht übersehen werden: Durch die saisonale Schließung des Bades während der Sanierungsphase können rund 250.000 Euro an Betriebskosten eingespart werden. Zudem darf bei der Durchführung der Maßnahme keinerlei Risiko entstehen. Ausschreibung, Bauausführung, Fertigstellung sowie die Abrechnung der Firmen und gegenüber der Förderstelle müssen bis Ende des Jahres 2026 vollständig, fristgerecht und rechtssicher abgewickelt werden. Falls dieser Termin nicht eingehalten werden kann, droht der Ausfall der kompletten Förderung. Der beauftragte Architekt geht – abhängig von den Wetterverhältnissen - von einer mehrmonatigen Bauzeit aus. In dieser Zeit sind auch trockene Phasen zwingend notwendig. Ein Sanierungsbeginn erst in der zweiten Jahreshälfte scheidet damit für uns aus.

Der Erhalt des Freibades ist das Ziel aller Fraktionen. Wenn die Sanierung wie geplant angegangen werden kann, ist zudem davon auszugehen, dass in den kommenden Jahren die laufenden Kosten reduziert werden können. Auch die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten vor jeder Badesaison würden sich deutlich verringern, da ein Großteil des bisherigen Aufwands insbesondere in den Fliesenarbeiten lag.

Dafür ist jedoch Verständnis der Bürgerinnen und Bürger für eine mögliche Aussetzung der Badesaison 2026 erforderlich, damit bei der Durchführung kein finanzielles Risiko entsteht. Würde die Saison zwanghaft durchgeführt und dadurch die Fördermaßnahme gefährdet oder sogar zum Verfall gebracht, müsste die Stadt den entstandenen Schaden über andere Haushaltsmaßnahmen ausgleichen – sei es durch weitere Einsparungen oder mögliche Steuererhöhungen. Das will niemand, zumal im Rahmen der laufenden Haushaltskonsolidierung bereits zahlreiche unliebsame Maßnahmen umgesetzt werden mussten.

Es gilt daher, gemeinsam für den langfristigen Erhalt unseres Freibades zu handeln. Das kann bedeuten, die Badesaison 2026 zugunsten einer geordneten, störungsfreien Sanierung auszusetzen. So schaffen wir die Grundlage, dass sich die Bürgerinnen und Bürger Erbendorfs sowie Gäste von Außerhalb auch weiterhin an ihrem Freibad erfreuen können.