07.02.2020
Bernhard Schmidt möchte das Steuer übernehmen

Rolf Hanauer, Vorsitzender der Freien Wähler (FW) Erbendorf, begrüßte im Schulungsraum der FFW Grötschenreuth zahlreiche Bürger:innen zum Wahlkampfauftakt der FW. Wichtig sei es ihm, zu hören, wo die Probleme und Wünsche der Menschen in den Ortsteilen sind.

Birgit Grünbauer, Stadtratskandidatin aus Schadenreuth, übernahm die Vorstellung der Kandidat:innen. Hierbei legte sie sich eine tolle Geschichte zurecht, und verband kurzweilig und geschickt die verschiedenen Berufe und Interessen der Kandiat:innen.

Hernach übernimmt Dr. Hans Rose, Stadtrat und Stadtratskandidat, das Wort und führt aus, wie sich Freie Wähler in Erbendorf Politik und Entscheidungsfindung vorstellen: "Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, Einbeziehung der Bürger, Bürgerentscheide bei zentralen, wichtigen und kritischen Themen und alle Zahlen und Fakten auf den Tisch."

Rose möchte, dass wieder mehr Themen in der öffentlichen Sitzung beraten werden, so dass die Bürger:innen schon frühzeitig informiert sind und sich einbringen können. Auch die Ausschussarbeit komme ihm deutlich zu kurz und müsse wiederbelebt werden.

Und wie ist es um die Finanzen dwer Stadt bestellt? "Alle Zahlen auf den Tisch", sagt Rose und summierte die Verbindlichkeiten: Der Haushalt schreibe rote Zahlen von "optimistisch geschätzten unter zehn Millionen Euro, also so um die 9,6 oder 9,7. Drei Millionen fehlten auf dem Konto der Stadtwerke, fünf Millionen bei der Bau- und Gastro-GmbH." Summa summarum kommen 17 Millionen Euro Schulden zusammen. "Das ist für eine Stadt wie Erbendorf eine große Hypothek für die Zukunft", resumiert Rose.

Freibad und Schwimmhalle - ein Thema, das viele Bürger:innen bewege, meint Rose. Die Schulschwimmhalle sei grundsätzlich für eine tolle Sache: "Uns wurden keine Schätzungen über die laufenden Betriebskosten vorgelegt. Deshalb haben die Freien Wähler geschlossen dagegen gestimmt." Nioemand kaufe sich ein Auto, ohne vorher zu prüfen, was an Steuern und Versicherung jährlich bezahlt werden muss, da wolle Rose das bei einer SChwimmhalle auch wissen.

Bürgermeisterkandidat Bernhard SChmidt stellte anschließend seine konkreten Ziele für die Steinwaldstadt vor, unter anderem:

  • Weitere Verbesserung der Breitbandanschlüsse in und um Erbendorf
  • Erschließung neuer Baugebiete und Gewerbeflächen
  • Schaffung von Wohnraum in der Innenstadt vor allem für Singles und ältere Menschen
  • Wertstoffhof am Bauhof errichten (z.G. für Grüngut)
  • Sanierung des Wasser- und Abwassernetzes, das aktuelle sei noch aus den 80er Jahren
  • Kläranlage sanieren
  • moderne Energiekonzepte mit den Bürger:innen entwockeln, Entscheidungen zusammen treffen (Stichwort: Bürger:innenenstscheid)
  • Kostenfreie Windelmüllsäcke in den ersten 24 Lebensmonaten
  • Grundsätzliche Sanierung der Spielplätze (auch zusammen mit "Patenvereinen")
  • "Digitales Rathaus"  einführen (z.B. Online-Formulare, Stadt-App)
  • Friedhöfe umgestalten (z.b. Urnenwand in Wildenreuth, Leichenhaus in Erbendorf, Wege)
  • Innerstädtische Kurzwanderwege (z.B. Brunnweg, Kapellenweg)
  • "Grünes Band" vom Kreinzl zum Freibad als Touristenmagnet und Aufwertung des Geländes
  • "Runder Tisch" der Gastronomen, z.B. um Ruhetage und Öffnungszeiten zu koordinieren
  • Straßen sanieren, Parkplätze schaffen, Fußgängerüberwege - nach Priorität
  • Geriatrie in Erbendorf halten
  • Schaffung eines gemeinsamen Feuerwehr- und Rettungszentrums, ggf. Aufwertung durch einen Notarzt

Mit "Maß und Vernunft" möchte Schmidt die Stadt zusammen mit den Stadträten und der Verwaltung voran bringen. Die Schulden sollen nciht gesteigert werden, deswegen ist es wichtig, den IST-Stand zu erfassen und dann Projekte nach Dringlichkeit umzusetzen, und nicht ausschließich nach Kriterien der Förderbarkeit.

Zum Schluss beantwortete Bernhard Schmidt auch die Frage nach seiner Motivation, warum er das Ruder der Stadt selbst in die Hand nehmen möchte: "Ich bin ein Erbendorfer, ich bin hier geboren, hier aufgewachsen, hier lebe ich. Erbendorf ist meine Heimat und deswegen möchte ich Bürgermeister werden."